Bei Medikamenten, die aus Pflanzen hergestellt werden, handelt es sich zwar im Allgemeinen um schonende Präparate, doch auch hier können zum Teil erhebliche Nebenwirkungen auftreten.
Allergische Reaktionen
In der Natur vorkommende Gräser und Pollen lösen bei vielen Menschen allergische Beschwerden aus. In leichten Fällen kommt es zur Rötung der Haut, zum Jucken und zur Quaddel-Bildung. In schwereren Fällen kann es zu Schwellungen kommen. Wenn diese im Bereich des Rachens liegen (bei Einatmen oder Schlucken), so kann eine lebensbedrohliche Schwellung entstehen, durch die dann die Atemwege verschlossen werden, was zum Tod durch Ersticken führen kann. In sehr schweren Fällen (z.B. bei Aufnahme größerer Mengen) kann es zum anaphylaktischen Schock kommen. Dieser führt zur Bewusstlosigkeit. Unbehandelt fallen mehrere Organsysteme gleichzeitig aus (Multiorganversagen), was auch zum Tod führt.
Weitere Nebenwirkungen
Die meisten Phytotherapeutika müssen ähnliche Tests wie moderne synthetisch hergestellte Medikamente durchlaufen. Daher sind die jeweiligen Nebenwirkungen einzelner Präparate meist auf der Verpackung vermerkt.
Alternativen
Zur Phytotherapie gibt es, wie zu fast jeder Behandlungsmethode, mehrere Alternativen.
Moderne Pharmakologie
Die moderne Pharmakologie beschäftigt sich mit der Wirkung verschiedener Substanzen auf den menschlichen Körper. Anders als in der Phytotherapie werden hierbei hochkonzentrierte Stoffe verwendet, die meist künstlich hergestellt werden und einer strengen Kontrolle unterliegen. Bevor ein neuer Wirkstoff auf den Arzneimittelmarkt gelangt, muss er in mehreren Studien und Tests bestehen, damit ein genaues Wirkungs- und Nebenwirkungsspektrum erstellt werden kann. Diese Einführung kann mehrere Jahre dauern. Die eingesetzten Medikamente enthalten dann exakt abgewogene Mengen Wirkstoff, so dass das Ausmaß der Wirkung fast nur noch von den individuellen Unterschieden zwischen verschiedenen Menschen abhängt.
Homöopathie
Anders als in moderner Pharmakologie und Phytotherapie werden die in der Homöopathie verwendeten Stoffe stark verdünnt. Teilweise sind im Endprodukt keine Teilchen des Wirkstoffs mehr nachweisbar. Ein großer Teil der homöopathischen Wirkung liegt im Placebo-Effekt begründet. Er kommt zustande, wenn ein Patient ein Mittel bekommt, von dem er denkt, dass es eine bestimmte Wirkung hat. Selbst wenn es sich dabei um eine Tablette ohne Wirkstoff (Placebo) handelt, kann in vielen Fällen die erwartete Wirkung eintreten.
Letzte Aktualisierung am 21.07.2009.