Wenn möglich, sollten beide Partner zur Kinderwunsch-Sprechstunde kommen. Sie werden dort zunächst eingehend befragt (Anamnese). Allein dieses Gespräch kann aufschlussreich bei der Ursachensuche der Kinderlosigkeit sein. Es ist beispielsweise wichtig zu wissen, seit wann das Paar versucht, Kinder zu bekommen und wie sehr jeder der beiden Partner unter dem noch nicht erfüllten Kinderwunsch leidet. In einem vertrauensvollen Umfeld wird über mögliche Probleme bei der Sexualität gesprochen. Die Frau sollte über eventuelle Abweichungen von ihrem Zyklus Auskunft geben. Psychische Aspekte können in der Kinderwunsch-Sprechstunde ebenfalls von Interesse sein. Dann wird besprochen, welche Behandlungen von dem Paar bereits ausprobiert wurden beziehungsweise überhaupt erwünscht sind.
Verschiedene Untersuchungen können bereits im Rahmen der Vorstellung in der Kinderwunsch-Sprechstunde durchgeführt werden. Einige speziellere oder aufwändige Untersuchungen müssen jedoch gegebenenfalls an einem gesonderten Termin vorgenommen werden.
Bei der Frau wird meist zunächst eine Blutentnahme vorgenommen, um vor allem die Hormone zu bestimmen. Bei einem so genannten Sims-Huhner-Test werden Aussagen über die Fruchtbarkeit über die Untersuchung der Spinnbarkeit des Schleims am Gebärmutterhals getroffen sowie 2 bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr im Mikroskop Spermien in dem Sekret gesucht. Weiterhin sinnvoll können Temperaturmessungen sein. Mittels einer Ultraschalluntersuchung kann z. B. kontrolliert werden, ob ein Eisprung stattgefunden hat sowie ob die Eileiter durchgängig sind. In manchen Fällen kann eine Gebärmutterspiegelung oder sogar eine Bauchspiegelung zur Diagnostik notwendig sein.
Beim Mann ist neben der Untersuchung auf Erektionsstörungen vor allem eine Spermauntersuchung (Spermiogramm) unter dem Mikroskop wichtig. Die Konzentration der Spermien wird bestimmt, und es muss überprüft werden, ob nicht zu viele Spermien deformiert oder unbeweglich sind. Des Weiteren werden z. B. der pH-Wert des Spermas und der Gehalt an bestimmten Substanzen (z. B. Fructose) bestimmt.
Anhand der Untersuchungsergebnisse erfolgt eine Beratung des Paares, ob eine Behandlung notwendig und sinnvoll erscheint und welche Behandlungsalternative am ehesten in Frage kommt.
Letzte Aktualisierung am 13.08.2009.