Mit Cannabis gegen Akne

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Kann Hanfsalbe gegen Pickel und Pusteln helfen?

Kiffen und ganz nebenbei noch eine reine Haut bekommen? Das mag für manch einen ganz verlockend klingen. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Der Anbau, Kauf und Verkauf von Cannabis ist in Deutschland gesetzlich verboten. Paradoxerweise ist der Konsum und der Besitz geringer Mengen für den eigenen Bedarf erlaubt. Dass ein Joint entspannende und auch schmerzlindernde Wirkung hat, ist unbestritten: Sativex, das erste vollständig zugelassene Medikament auf Cannabis-Basis, wird bereits seit einigen Jahren für die Behandlung von Muskellähmungen bei Multipler Sklerose und als schmerzlinderndes Medikament bei Krebs eingesetzt. Der Erfolg ist gut, die Nebenwirkungen sind gering.

Mit Cannabis gegen Akne
Mit Cannabis gegen Akne

Doch die Wirkstoffe aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa) sind noch vielseitiger einsetzbar, wie sich jetzt zeigt.
70 bis 95 Prozent aller Teenager leiden unter Akne. Während einige nur wenig betroffen sind, kämpfen andere bis ins Erwachsenenalter mit unschönen Hautveränderungen, Pusteln und Pickeln. Was für viele wie ein kosmetisches Problem aussehen mag, ist für die Betroffenen häufig mit einer hohen psychischen Belastung verbunden, zumal starke Akne mit schmerzhaften Entzündungen und Narbenbildung einhergeht. Obwohl Acne vulgaris eine der geläufigsten Hauterkrankungen ist, gibt es noch immer keinen Wirkstoff, der Akne erfolgreich besiegen könnte.

Doch nun scheint es Hoffnung für alle Aknegeplagten zu geben. Die im Sommer 2014 im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Studie, durchgeführt von der Universität Debrecen in Ungarn hat bestätigt, dass Wirkstoffe aus der Hanfpflanze sich positiv auf die Haut auswirken können. Die in der Pflanze enthaltenen Cannabidiole (CBD) sind starke Antioxidantien. Sie bremsen die Überproduktion von Talg und haben gleichzeitig einen entzündungshemmenden Effekt. Vor allem wenn sie mit feuchtigkeitsspendenden Ölen verbunden werden, können sie ihre positive Wirkung auf die Haut entfalten. Sich einen Joint zu drehen, mit der Absicht, Hautunreinheiten zu bekämpfen, wird hingegen nicht hilfreich sein.

Akne-Patienten müssen noch ein bisschen Geduld haben. Um das therapeutische Potenzial von Cannabis sativa für die Akne-Behandlung zu erforschen, werden noch weitere Studien notwendig sein.

U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 29.07.2015
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