Das Lymphsystem ist aus Lymphgefäßen und Lymphkapillaren aufgebaut. Ihre Funktion ist der Abtransport von Flüssigkeit aus dem Gewebe. Dies kann bis zu 2 Liter täglich sein. Das Lymphsystem transportiert zudem auch abgestorbene Zellen und Eiweißkörper aus dem Gewebe ab. Des weiteren spielt sie eine wichtige Rolle in der Abwehr gegen Krankheitserreger und im Transport von Vitaminen und Nahrungsfetten.
Die Lymphbahnen münden in die Venen, dass heißt, dass die aus dem Gewebe abtransportierte Lymphflüssigkeit wieder in den Blutkreislauf zugeführt wird.
Was ist ein Lymphödem?
Ein Lymphödem beschreibt eine verstärkte Ansammlung von eiweißreicher Flüssigkeit im Gewebe (Raum zwischen den Zellen). Dieser Prozess läuft meist im Unterhautfettgewebe ab und führt zu einer sichtbaren Schwellung mit eindrückbaren Dellen in die Haut.
Lymphödeme können eingeteilt werden in:
- Primäres Lymphödem
Hervorgerufen durch eine angeborene Fehlbildung im Lymphsystem (ca. 34 Prozent aller Lymphödeme).
- Sekundäres Lymphödem
Sie kann unterschiedliche Ursachen haben, z.B. nach Operationen, Bestrahlungen oder Infektionen.
Wie kann man ein Lymphödem feststellen?
Ein Lymphödem kann meist schon durch die Erhebung der Anamnese sowie eine eingehende körperliche Untersuchung diagnostiziert werden. Bei der körperlichen Untersuchung lassen sich Dellen in die Haut eindrücken, die nicht sofort wieder verschwinden.
Hier besteht der Verdacht auf ein Ödem, welches einer weiteren Abklärung bedarf. Als weitere Untersuchungen können Laboruntersuchungen, Lymphszintigraphie (Untersuchung mit radioaktiv markierten Substanzen) und Lymphangiographie (Kontrastmitteluntersuchung) durchgeführt werden.
Letzte Aktualisierung am 21.07.2009.