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Allergiediagnostik - Ablauf


Wie sieht der Ablauf einer Allergiediagnostik aus?

Allergologische Anamnese

Primär erfolgt eine ausführliche Befragung des Patienten nach allen Informationen, die zu einer allergischen Erkrankung herbeiführen können. Die Anamnese spielt eine ganz zentrale Rolle bei der Diagnostik. Abhängig von den Ergebnissen der Befragung wird über den weiteren Verlauf der Diagnostik entschieden.

Aus der Anamnese kann man bereits wichtige Informationen darüber gewinnen, welche Allergene für eine Testung in Frage kommen und welche Allergieteste zum Einsatz kommen sollen. Weiterhin erfolgt eine Aufklärung über den weiteren Verlauf, Sinn und Zweck der Testungen und was man während und nach den Allergietesten beachten muss.

Allergologische Hautteste

Hierbei werden Allergenextrakte oder Kontaktallergene auf bzw. in die Haut gebracht und geguckt, ob sie dort eine lokal begrenzte allergische Reaktion hervorrufen.
Es können folgenden Hauttestungen durchgeführt werden:

Bei Typ I-Allergien (Soforttypallergien):

  • Pricktest: Beim Pricktest wird ein Tropfen eines Allergenextraktes auf die Haut des Patienten aufgebracht und anschließend mit einer Lanzette etwa 1mm in die Haut gestochen. Das Ergebnis kann nach etwa 10 Minuten abgelesen werden.
  • Prick-to-Prick-Test: Die vermutete Allergenquelle wird erst mit einer Lanzette gestochen und dann mit derselben Lanzette in die Haut des Patienten aufgebracht.
  • Reibetest: Hierbei wird das vermutliche Allergen auf die Innenseite des Unterarms gerieben. Im Falle einer positiven Reaktion zeigt sich nach wenigen Minuten eine Hautrötung oder Quaddelbildung.
  • Ritztest (Scratch-Test): Hier werden Allergenextrakte auf die Haut des Patienten aufgetragen und anschließend mit einer Lanzette wenige Millimeter lang oberflächlich angeritzt.
  • Intrakutantest: Hier wird der Allergenextrakt direkt in die oberflächlichen Hautschichten gespritzt.

Bei allergischem Kontaktekzem (Typ IV-Allergie) kommen zum Einsatz:

  • geschlossener Epikuatentest (Pflastertest)
  • offener Epikutantest

Beim Epikutantest wird ein Pflaster auf die Haut des Patienten geklebt, welches verschiedene Allergene enthält. Das Pflaster kann nach zwei bis drei Tagen abgenommen und das Testergebnis durch einen Arzt abgelesen werden. Der Arzt kontrolliert, ob die aufgetretenen positiven Hautreaktionen zu der erhobenen Anamnese passen.

Ein positiver Hauttest ist allein nicht beweisend für eine Allergie. Wichtig ist hier die Übereinstimmung zwischen Hauttestergebnis und Anamnese. In diesem Fall kann die Diagnose Allergie vom Arzt ohne weitere Testungen gestellt werden.

Bestehen jedoch Zweifel oder liegen negative Ergebnisse vor, so können noch weitere Testungen angeschlossen werden. In der Regel werden hier noch Labortests oder Provokationsteste durchgeführt.

Labortests

Zur Labordiagnostik wird dem Patienten etwas Blut abgenommen und im Labor auf das Vorhandensein von Antikörpern vom IgE-Typ hin untersucht.


Provokationstests

Beim Provokationstest werden die Allergene nicht auf die Haut aufgebracht, sondern direkt in das Organ, in dem die allergischen Beschwerden auftreten. Diese sind meistens die Schleimhäute. Ein entscheidender Vorteil des Provokationstests ist, im Gegensatz zu den Haut- und Bluttesten, dass in der Praxis eine „natürliche Allergenbelastung" simuliert werden kann. Daher sind hier positive Ergebnisse von hoher diagnostischer Wertigkeit. Sie können in Zweifelsfällen oft die Diagnose sichern.

Diese Testungen sind aber leider langwieriger und kommen nur bei speziellen Fragestellungen zum Einsatz.

Zur Verfügung stehen hier vor allem folgende Tests:

  • Nasaler Provokationstest: Hier wird ein Allergenextrakt in die Nase gesprüht und anschließend die Reaktion anhand der Rhinomanometrie nachgewiesen. Unter Rhinomanometrie versteht man die Messung der Druckdifferenz zwischen Naseneingang und Nasenrachenraum bei der Ein- und Ausatmung.
  • Bronchialer Provokationstest: Der Allergenextrakt wird hier inhaliert und anschließend die Reaktion durch die Lungenfunktionsprüfung gemessen.
  • Oraler Provokationstest: Bei diesem Test werden die symptomauslösenden Nahrungsmittel eliminiert, wobei zuvor über 2-3 Wochen eine Exposition erfolgt, um das Auftreten der Symptome zu beobachten.
  • Konjunktivaler Provokationstest: Bei allergischer Bindehautentzündung.

Bei diesen Tests kann es zu heftigen Reaktionen kommen, daher sollten sie nur von einem allergologisch-erfahrenem Arzt durchgeführt werden, um bei Bedarf auch entsprechende Notfallmaßnahmen durchführen zu können.

Diätetische Tests

Zu den diätetischen Tests gehören:

  • Eliminationsdiät: Meidung von Nahrungsmitteln, die im Verdacht stehen eine Allergie auszulösen.
  • Suchdiät: Hierbei handelt es sich um eine allergenarme Basisdiät, die zu einer Beschwerdefreiheit führt. Im Anschluss erfolgt eine stufenweise Suchkost.

Vergessen Sie nicht: Durch die Allergiediagnostik werden Ihre allergieauslösenden Stoffe nachgewiesen. Mit Hilfe der richtigen Therapie können Sie weiterhin eine gute Lebensqualität haben. Die Diagnostik dient dem Schutz Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden.

 


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Letzte Aktualisierung am 21.07.2009.

Allergologie

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