Bei Hormonstörungen von Männern erfolgt eine Diagnostik und Behandlung durch den Andrologen (Arzt für Männerheilkunde), der oft gleichzeitig ein Dermatologe ist. In den meisten Fällen kommt es bei männlichen Hormonstörungen zu einer Funktionseinschränkung der Hoden (Hypogonadismus). Ursache ist oft eine zu geringe Produktion des Männlichkeitshormons Testosteron. Es wird hauptsächlich in den Hoden selbst hergestellt. Es kann aber auch eine verminderte Herstellung anderer Hormone für die Beschwerden verantwortlich sein, z. B. von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel-stimulierendes Hormon). Das LH und das FSH werden in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) hergestellt.
Testosteron ist das bedeutsamste männliche Sexualhormon. Es bewirkt die Ausbildung der männlichen Genitalien (Hoden, Penis, Prostata) und der männlichen Geschlechtsmerkmale (z. B. Bart, Körperhaare, tiefere Stimme). Es wird für die Bildung der Spermien benötigt. Außerdem fördert es unter anderem den Muskel- und Knochenaufbau.
Ein Mangel an Testosteron kann verschiedene Ursachen haben. Bei Männern sinkt die Produktion des Testosterons ungefähr vom 30. Lebensjahr an ab. Daher kann es im Laufe der Zeit (oft etwa um das 50. Lebensjahr) zu den so genannten Wechseljahren des Mannes kommen. Auch verringert sich das Verhältnis zwischen freiem, wirksamem Testosteron und gebundenem Testosteron. Es können aber auch andere Umstände zu einem zu niedrigen Testosteronspiegel führen. Dazu gehören z. B. Alkohol- und Drogenmissbrauch, bestimmte Medikamente, Magersucht (Anorexia nervosa), Übergewicht, genetische Erkrankungen oder Leberzirrhose. Da das Hormon LH die Testosteronbildung fördert, kommt es beim Mangel an LH entsprechend zu einem Testosterondefizit.
Durch einen Testosteronmangel kommt es zu Veränderungen im Körper. Viele Folgeerscheinungen können auftreten. Bemerkt wird häufig eine Abnahme der sexuellen Lust. Erektionsstörungen können auffällig werden. Weiterhin kann es bei vermindertem Testosteron zu körperlichen Auswirkungen wie Osteoporose (Knochenschwund), Verringerung der Muskelmasse und Kraft, Blutarmut (Anämie), Übergewicht oder Ausfall der Körperhaare kommen. Der Patient leidet oft unter Leistungsschwäche, Schlafproblemen oder depressiver Verstimmung. Das Risiko für einige Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) steigt.
Ein Überschuss an Testosteron ist ebenfalls möglich, wenn auch sehr selten. Dieser kann unter anderem durch Tumore (Hoden, Nebenniere) oder eine zu hohe Zufuhr von Testosteron (z. B. Doping) zustande kommen. Bei Kindern kann es zur vorzeitigen Geschlechtsentwicklung (Pubertas praecox) kommen, erwachsene Männer haben meist keine deutlichen Symptome.
Eine weitere Hormonstörung beim Mann ist die verminderte Bildung von FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) in der Hirnanhangsdrüse. Da das FSH ebenfalls für die Spermienentwicklung wichtig ist, kann ein Mangel zur Unfruchtbarkeit sowie außerdem zu einem Verlust an Potenz und sexuellem Verlangen führen.