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Operationen im Enddarmbereich - Möglichkeiten Operationen


Welche Möglichkeiten von Operationen im Enddarmbereich gibt es?

Eine Vielzahl an operativen Maßnahmen kann in Frage kommen, wenn eine Erkrankung am Enddarm oder After besteht. Ob operiert werden muss und welche Methode gewählt wird, hängt in erster Linie von der Erkrankung und ihrem Ausprägungsgrad ab.


Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster, die natürlicherweise der Abdichtung des Afters dienen. Sind sie vergrößert, so kann dies zu Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen und Blutungen führen. Nach dem Befund werden vier Schweregrade der vergrößerten Hämorrhoiden unterschieden. Leichte bis mäßige Hämorrhoiden (Schweregrad I und II) können durch diverse Maßnahmen wie ballaststoffreiche Diät, Salben, Verödungsbehandlung oder Abschnürung (Ligatur) behandelt werden. Bei schwereren Hämorrhoiden (Grad III und IV) ist häufig eine Operation angezeigt.

Die Hämorrhoiden-Operation ist unter anderem mit folgenden Methoden möglich:

  • Abtragung (Hämorrhoidektomie). Dazu wird jeweils eine Hämorrhoide abgebunden und entfernt. Die einzelnen Wunden können offen gelassen oder zugenäht werden.
  • Straffung der Schleimhaut und Abtragung der noch hervortretenden Hämorrhoiden.
  • HAL (Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur). Bei diesem Eingriff werden zuführende Blutgefäße der Hämorrhoiden durch eine kleine Operation mit Nahtmaterial abgeschnürt. Das Gewebe stirbt ab und fällt nach einiger Zeit von selbst ab.
  • Operation mit dem Circular Stapler. Diese moderne Operationsmethode arbeitet mit einem Instrument namens Circular Stapler, das sowohl die Hämorrhoiden abträgt als auch die Wunden zuklammert.

Entzündungen im Afterbereich

Zu den entzündlichen Erkrankungen in der Analgegend gehören :

  • Analabszess (eitrige Entzündungshöhle)
  • Analfistel (entzündlicher Kanal)
  • Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis, tiefe Entzündung über dem Steißbein mit Öffnung nach außen)
  • Akne inversa (Hidradenitis suppurativa, eine Erkrankung mit Abszess- und Fistelbildung).

Bei diesen Entzündungen können neben einer Antibiotika-Behandlung und anderen Methoden oft Operationen notwendig werden.

Meist wird einer der folgenden Eingriffe vorgenommen:

  • Komplette Entfernung (Exzision). Der Befund wird komplett herausgeschnitten, möglichst ohne Reste, die sich ansonsten wieder weiter ausdehnen könnten.
  • Spaltung (Inzision). Abszesse oder Fisteln können oft schon durch Aufschneiden zum Abheilen gebracht werden.

Im Anschluss an den Eingriff muss meist eine offene Wundbehandlung erfolgen. Dadurch, dass die Operationswunde offen gelassen wird, wird verhindert, dass sich wieder Eiterhöhlen oder Eiterkanäle bilden.

Analvenenthrombose

Bei der Analthrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel in einer Vene im Afterbereich. Oft verschwindet die Erkrankung von selbst. Eine Operation kann bei starken Beschwerden oder bei der Gefahr einer Entzündung angezeigt sein, wenn einfache Maßnahmen wie Cremes und Kühlung nicht helfen. Bei dem Eingriff wird meist der Blutpfropf herausoperiert, bisweilen wird auch das ganze Blutgefäß entfernt.

Feigwarzen

Feigwarzen (Condylomata acuminata, Kondylome) sind Wucherungen, die durch Humane Papillom-Viren (HPV) verursacht werden und nicht selten an der Aftergegend vorkommen. Neben einer Behandlung mit wirkstoffhaltigen Cremes kann bei großen Befunden eine Operation angezeigt sein. Dabei können die Feigwarzen mit unterschiedlichen Methoden (z. B. Schnitt, Laser, elektrischer Strom) entfernt werden.

Analfissur (Afterriss)

Ein Einriss der Afterschleimhaut wird als Analfissur bezeichnet und ist meist sehr schmerzhaft. Bei leichteren Fällen helfen einfache Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Aufdehnung des Afters. Schwere oder chronische Analfissuren werden durch eine Operation komplett herausgeschnitten.

Rektumprolaps (Darmvorfall)

Beim Rektumprolaps (Mastdarmvorfall) wölbt sich die Darmschleimhaut aus der Analöffnung nach außen. Eine Operation ist notwendig, wenn der Darm nicht von alleine wieder nach innen gleitet. Bei dem Eingriff wird der Darm am Kreuzbein (einem benachbarten Knochen) fixiert. Manchmal wird zur Straffung zusätzlich ein Stück Darm herausgenommen.

Inkontinenz

Inkontinenz beschreibt, dass der Patient den Stuhl aufgrund unterschiedlicher Ursachen nicht willentlich halten kann. Einfache Mittel wie Vorlagen, Beckenbodentraining oder gezielte Ernährungsweise können bereits helfen. Bisweilen ist aber auch eine Operation angezeigt. Dabei kann z. B. die Funktion des Schließmuskels wiederhergestellt werden, was unter anderem durch Naht, Gewebeverschiebung oder Einarbeiten eines Kunststoffkissens geschehen kann. In manchen Fällen kann ein Nervenschrittmacher eingepflanzt werden, der den Schließmuskel steuern kann.

Analkarzinom

Krebs am After wird durch Chemo- oder Strahlentherapie behandelt oder operiert. Bei einem solchen Eingriff wird der Tumor komplett und mit Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt. Zusätzlich werden Lymphknoten im Abflussgebiet mit herausoperiert.

 


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Letzte Aktualisierung am 21.07.2009.

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