Oberstes Ziel der Behandlung ist die Beseitigung aller Faktoren, die das Geschwür verursacht haben und die Heilung behindern!
Grundsätzlich erfordert die Therapie des Ulcus cruris sowohl vom Patienten wie auch vom Arzt viel Geduld und Aufwand. Daher sollten Behandlungskonzepte nicht zu schnell gewechselt werden.
Ziele der Ulcustherapie sind:
- Reingung des Ulcus und der umgebenden Haut
- eventuell Behandlung eines Ekzems und/oder Infektion
- Verbesserung der lokalen Sauerstoffversorgung
- Kompressionstherapie (wenn indiziert)
- Beseitigung von Ursachen Venöse Beingeschwüre
Die Therapie eines venösen Geschwürs ist oft sehr schwierig und aufwendig. Hier kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
Kompressionstherapie
Viele venöse Beingeschwüre heilen unter eine korrekt durchgeführten Kompressionstherapie (Verbände bzw. feste Bandagen) ab. Gleichzeitig sollten sich die Patienten viel bewegen, damit sich das Blut nicht im Unterschenkel staut.
Inzwischen werden vor allem auch Schaumstoffverbände angeboten. Diese Verbände saugen sehr gut Flüssigkeit auf, ohne dabei die Wunde zu sehr auszutrocknen. Sie kommen bei trockenen, verschorften Wunden nicht zum Einsatz.
Reinigung des Geschwürs
Wichtig ist eine regelmäßig durchgeführte und fachgerechte Reinigung der chronischen Wunde. Dies kann man entweder mit bestimmten Salben durchführen, welche die fest haftenden Beläge auflösen, oder man trägt die Beläge mit einem scharfen Löffel ab (Kürretage).
Zur Reinigung müssen keine desinfizierenden Substanzen angewandt werden. Hier reichen einfache Kochsalzlösungen oder so genannte Ringer-Lösungen aus. Diese sind nicht allergen und der Reinigungseffekt ist ausreichend. Unter Umständen kann der Ulcusrand zum Hautschutz mit Zinkpaste abgedeckt werden.
Umschläge mit antiseptischen Wirkstoffen
Antiseptische Wirkstoffe machen die Wunde keimfrei. Bei stark nässenden Wunden sollten feuchte Umschläge mit Kochsalzlösung angewandt werden.
Feuchte Wundbehandlung
Heutzutage werden chronische Wunden feucht behandelt, da man festgestellt hat, dass das feuchte Milieu die Wundheilung besser fördert. Zudem wachsen weniger Keime und die Wunde ist vor äußeren Einflüssen geschützt.
Operative Therapie
Durch verschiedene operative Maßnahmen kann man Geschwüre reinigen, abtragen, den venösen Rückfluss verbessern und die Wundheilung beschleunigen.
Weitere Maßnahmen
Bei hartnäckig und nicht heilenden Geschwüren können Wachstumsfaktoren zum Einsatz kommen, welches die Wundheilung fördern. Zudem kann die Abheilung durch gepulste elektromagnetische Felder oder durch gepulsten Gleichstrom beschleunigt werden.
Antibiotika
Antibiotika kommen bei massiver bakterieller Ansiedlung zum Einsatz.
Kortison-Therapie
Besteht zusätzlich ein allergisches Kontaktekzem, welche durch verschiedene Salben ausgelöst werden können, so werden diese durch eine lokale Kortison-Therapie behandelt.
Bio-enzymatische Wundreinigung mit Fliegenlarven
Hierbei handelt es sich um eine etwas unappetitliche, aber sehr effektive Behandlung. Für zwei bis drei Tage werden hier 100 bis 200 Fliegenlarven auf das Geschwür gesetzt. Die Larven ernähren sich von abgestorbenem Gewebe, die sie vorher durch ihren Speichel angedaut haben. Lebendes Gewebe wird nicht angegriffen. Diese Methode ist vor allem hilfreich bei schlecht heilenden Wunden, die auf eine antibiotische Therapie nicht ansprechen.
Arterielle Beingeschwüre
Bei arteriellen Beingeschwüren werden in der Regel operative Maßnahmen durchgeführt. Hilfreich ist hier vor allem eine Bypass-Operation. Der verengte bzw. verschlossene Gefäßabschnitt wird durch ein Stück Arterie oder Vene überbrückt. Durch eine operative Hautverpflanzung kommt es bei einigen Geschwüren zu einer schnelleren Abheilung.
Letzte Aktualisierung am 21.07.2009.