Am Anfang jeder Enddarmuntersuchung steht die Befragung des Patienten durch den Arzt (Anamnese). In dem Gespräch berichtet der Patient über vorbestehende Krankheiten, über seine jetzigen Beschwerden und über weitere Sachverhalte, die für die Enddarmerkrankung eine Rolle spielen können.
Daraufhin erfolgt eine körperliche Untersuchung. Zentraler Bestandteil ist das Abtasten des Afters mit dem Finger (digital-rektale Untersuchung). Der Arzt zieht sich einen Einweg-Handschuh über und trägt etwas Vaseline oder Gleitgel auf. Dann führt er den Finger in den After ein und kann so unterschiedliche Veränderungen im Enddarm ertasten. Darüber hinaus ist bei der Tastuntersuchung bei Männern ein Erfühlen der Prostata (Vorsteherdrüse) durch die Darmschleimhaut möglich.
Sehr aufschlussreich sind meist die Betrachtung des Afters und vor allem die Enddarmspiegelung. Der Arzt kann die Schleimhaut genau optisch beurteilen. Die Enddarmspiegelung ist mit mehreren Verfahren möglich.
Bildgebende Verfahren zählen ebenfalls zu den Enddarmuntersuchungen. Es können sich Veränderungen der Struktur auf den Aufnahmen zeigen. Oftmals ist das Einführen eines Kontrastmittels sinnvoll, um Auffälligkeiten besser erkennen zu können. Möglich sind unter anderem:
Um fragliches Gewebe genau untersuchen zu können, kann sich eine Probeentnahme (Biopsie) empfehlen. Im Anschluss erfolgt die feingewebliche Untersuchung (Histologie) des Gewebestückchens im Labor. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob es sich bei einer Wucherung um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.
Es gibt noch einige weitere Möglichkeiten der Enddarmuntersuchung. In Frage kommen bei ganz bestimmten Beschwerden z. B. eine Druckmessung am After (Manometrie) oder eine Röntgenaufnahme während eines Stuhlgangs (Defäkogramm).